Arbeitsgemeinschaften

Schüler suchen Sieger

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Sie waren die einzigen Schüler unter den Jury-Mitgliedern der Bundeszentrale von links: Darja Brotzmann, Sabrina Herzog, Jasmin Maier, Katharina Emmerich und David Görzen vom Rhein-Wied-GymnasiumÜber 3.000 deutschsprachige Schulen beteiligten sich am Schülerwettbewerb zur Politischen Bildung 2010. Jetzt wertete die Jury die Beiträge aus allen Kontinenten aus. Wir, fünf Schüler und ein Lehrer, vom Rhein-Wied-Gymnasium gehörten wieder zu dem 50köpfigen Gremium. Erneut waren wir die einzigen Schüler. Weil wir eine der wenigen demokratischen Modellschulen überhaupt sind, konnten wir dieses Privileg genießen, denn vier von uns sind bzw. waren in der AG „Schüler helfen Schülern".
Ansonsten waren nur Lehrer, Ministerialbeamte und Bildungsforscher aus ganz Deutschland und aus Österreich nach Königswinter gekommen. Bei dem Wettbewerb geht es darum, dass Schüler aus deutschsprachigen Schulen der ganzen Welt sich mit politischen Themen befassen. Außer aus Deutschland, Österreich und der deutschen Gemeinschaft in Ostbelgien gab es Einsendungen aus Großbritannien, Norwegen, Kenia oder aus Taiwan.

Zu den zu bearbeitenden Themen gehörten u. a. die Beschäftigung mit Armut, das Leben in Südafrika und Castingshows.
Weil wir jetzt intensive Erfahrungen gesammelt haben, können wir über den Ablauf der internen Entscheidungsfindung berichten und darüber, was man als Jury-Mitglied tun muss.
Zunächst einmal trafen sich alle Mitglieder zu einer ersten gemeinsamen Sitzung, die von Ulf Marwege, dem Wettbewerbsleiter der Bundeszentrale für politische Bildung, geleitet wurde. Anschließend fanden sich die elf Kleingruppen in unterschiedlichen Seminarräumen zusammen. Hier wurden in zwei schweißtreibenden Tagen rund 1.000 Arbeiten auf Herz und Nieren geprüft. Zuvor waren in einer Vorauswahl über 2.000 Arbeiten bereits ausgeschieden. Die besten Arbeiten wurden anschließend am dritten Tag vor dem Plenum vorgestellt.

 

Aus der Gruppe, die sich mit dem Thema „Arm trotz Arbeit" beschäftigte, kann Sabrina berichten, dass vor allem die intensive und auch persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik ausschlaggebend für eine höhere Qualifikation war. Überzeugt hatten letztendlich eine sehr souveräne Power-Point-Präsentation aus der Steiermark, und ein selbst geschriebenes Lied, wobei die Schüler, die diese Arbeiten eingereicht hatten, mit einer Reise nach Berlin, bzw. einem Geldpreis von 1.500 Euro belohnt werden. Aus der Gruppe „Politik Brandaktuell" berichtet Jasmin von tollen Wandzeitungen, die sich mit dem Thema Bundeswehreinsatz in Afghanistan sowie Gewalt gegen Frauen auseinander gesetzt haben. "Des Weiteren wurden tolle Kurzfilme gedreht und bebilderte Dokumentationen auf Internetseiten präsentiert. Gelungen war auch die kritische Auseinandersetzung mit den politischen Themen", fügt sie hinzu. In der Gruppe, die sich mit dem Thema „Lieblingsplatz" beschäftigt hat, fand Darja bemerkenswert, dass die ersten Plätze (Bonn-Reise, 1.500 €, 1.000 € etc.) von allen Schultypen abgedeckt wurden: Angefangen bei Gesamtschule, Grundschule, Förderschule , Realschule über Gymnasium bis hin zu Hauptschule fand sich jede dieser Schulen im oberen Siegerbereich wieder. Auch ist die Kreativität der fünften bis achten Klassen besonders hervorzuheben, die sich auf sehr vielfältige Weise mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Doch auch vom Thema „Traumfabrik Castingshow?" konnte Katharina von beeindruckenden Ergebnissen berichten. Das Erstellen eines Radiofeatures erforderte von den Schülern, sich kritisch mit dem Phänomen Castingshows auseinanderzusetzen und brachte kreative Ideen hervor. Die Gewinnerarbeiten waren sowohl originell und anspruchsvoll als auch ansprechend für die Altersgruppe.
Von den jüngeren Klassen, die sich mit der gleichen Thematik beschäftigt hatten, war David ebenfalls positiv überrascht. Daher war es nicht schwer, die guten Ausarbeitungen mit den entsprechenden Preisen auszuzeichnen.

Was können wir in die Jury einbringen? Wichtig ist uns aus der Sicht der Schüler zu erkennen, ob die Motivation der Lehrer größer gewesen ist als die der Schüler, dies äußert sich häufig in sprachlichen Formulierungen die wir in dieser Form nicht verwenden würden. Außerdem ist es relevant, dass wir als Schüler den Arbeitsaufwand teilweise besser einzuschätzen wissen, trotz möglicher inhaltlicher Mängel.

Es ist definitiv lohnenswert, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Fünfhundert Preise bei dreitausend Einsendungen sorgen dafür, dass ein Großteil der gelungenen Arbeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wirklich belohnt wird.
Ein Tipp zum Abschluss: Grundsätzlich war leider festzustellen, dass unzählige Arbeiten aufgrund von falscher Bearbeitung der Aufgabenstellung aussortiert werden mussten, und somit auch zum Teil preisverdächtige Einsendungen nicht prämiert werden konnten. Deshalb raten wir euch, sich genau an die Vorgaben zu halten.


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