Schüler

Acht RWG-Schülerinnen drehten einen Spielfilm

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NEUWIED. Freitagabend, 19.45 Uhr: Die Premierenbesucher im Torneyer Bürgerhaus sind begeistert. Gerade flattert der Abspann von "Tote Hunde bellen nicht" über die Leinwand. Die "Kanalratten", acht junge Neuwieder Filmemacherinnen, können mit ihrem Erstlingswerk im Spielfilmformat zufrieden sein. Hauptdarstellerin Martina Plura hat, anders als die gemobbte Schülerin Christina in dem 78-minütigen Filmstreifen, nach der gelungenen Premiere allen Grund zum Lachen. Auch Lisa Weingarten (Kathrin) und Katharina Göbel (Jessica), die beiden Mitschülerinnen von Opfer Christina, sind froh, dass ihnen die filmischen Greueltaten nicht weiter übel genommen werden.

Das Drama spielt an einem normalen Gymnasium, in einer normalen Kleinstadt, in einer normalen Familie. Als die Berlinerin Jessica in der Schule auftaucht, ist es mit der Freundschaft zwischen Kathrin und Christina aus. Trotz aller Anstrengungen bleibt Christina der Zugang in die neu entstandene Mädchenclique verwehrt. Und es kommt noch schlimmer: Mit immer neuen "Späßen" treiben die Teenager ihre Mitschülerin zur Verzweiflung. Dramatisch endet die Mobbing-Geschichte. Die Übergriffe gipfeln in körperlicher Gewalt, Christina sieht keinen Ausweg mehr und nimmt sich das Leben.

Der Film spiegelt eindrucksvoll das wieder, was sich an jeder Schule Tag für Tag in kleinerem, manchmal aber auch größerem Rahmen abspielt. "Dabei haben wir die Sachen so wie im Film eigentlich nie selbst erlebt", äußern sich Monika (Christinas Mutter) und Martina Plura zum Drehbuch. "Wir haben viele Sachen zusammengetragen und uns darüber Gedanken gemacht. So ist das Drehbuch entstanden."

"Und dann haben wir ausgelost, wer die Hauptrolle spielen darf", sagt die 18-jäh-rigeMartina. "Da hab ich mich natürlich sehr gefreut, als das Los auf mich fiel."

Damit die Szenen realistisch wirken, musste "Christina" alias Martina manche "Gemeinheit" seitens ihrer Mitspielerinnen über sich ergehen lassen. Auf Blut- und extreme Gewaltszenen wurde jedoch bewusst verzichtet. "Wir haben sogar noch ein paar Szenen rausgeschnitten," sagt Monika.

Der guten Stimmung innerhalb des Teams hat der Film mit all seinen Spitzen und Sticheleien keinen Abbruch getan. Glücklich angesichts des enorm positiven Feedbacks stoßen Sylvia, Lisa, Martina, Monika, Johanna, Barbara, Katharina und Jennifer auf ihr Erstlingswerk an. Fortsetzung folgt... (Jörg Niebergall, Rhein-Zeitung)