Förderkreis

Förderung eines Schülers

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Im Schuljahr 2000/2001 ermöglichte der Förderkreis des Rhein-Wied Gymnasiums dem Schüler Frank A. Schildberg die Teilnahme an der Deutschen Schüler-Akademie 2001 in Gaesdonck.

Frank A. Schildberg bedankte sich für die finanzielle Unterstützung mit einem Bericht über die Veranstaltung.

"Sicher haben noch nicht viele von dem Ort Gaesdonck gelesen, wenn es dann auch noch "Gasdonck" ausgesprochen wird, kann man ja nur verwirrt werden. Dieser eben genannte Ort befindet sich unweit der niederländischen Grenze, genauer gesagt, die Grenze führt direkt daran vorbei. Nicht weit davon entfernt liegt der deutsche Ort Goch, ungefähr eine Stunde Autofahrt nord-westlich von Essen.
Warum Gaesdonck ein Ort ist, weiß ich immer noch nicht so recht, denn dieser Fleck auf der Landkarte umfasst eigentlich nur ein in ein Kloster integriertes Gymnasium mit angeschlossenem Internat.
In der Ferienzeit dieses Gymnasiums fand nun vom 12. bis zum 28. Juli 2001 neben sechs weiteren Austragungsorten die alljährliche Deutsche SchülerAkademie statt.
Das heißt, hier trafen sich insgesamt rund 110 ausgewählte Schüler, Kursleiter und Wissenschaftler aus den Ländern Deutschland, Italien, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, Ungarn und den USA, welche gemeinsam zweieinhalb Wochen ihrer Schul- bzw. Ferienzeit miteinander verbrachten.
Im Verlauf des Treffens habe ich an verschiedenen Kursen teilgenommen.
Besonders begeistert hat mich der Genetikkurs, indem wir uns mit der Wirkung von Arzneimitteln beschäftigst haben.
Bei der Suche nach Angriffspunkten für Medikamente im menschlichen Organismus spielen Proteine eine wesentliche Rolle; im Kurs haben wir uns deshalb auch sehr intensiv mit Struktur und Funktion eben dieser Proteine beschäftigt.
Dabei haben wir nach und nach den Weg von der DNS über die Proteine zur Arzneistoffentwicklung nachvollzogen und dabei festgestellt, dass der Weg zum funktionsfähigen Arzneimittel viel länger und schwieriger ist, als dies zunächst erscheinen mag.
Neben diesem Genetikkurs fanden noch vier andere Kurse statt. Hierbei handelte es sich um die Themenbereiche Informatik, Kunst, Mathematik und Musik. Durch mehrere Präsentationen konnte jeder auch von den Inhalten anderer Kurse profitieren.
Natürlich gab es auch Zeit, die wir mit Sport, musikalischen Aktivitäten und anderen Dingen verbringen konnten, denn es fehlte einfach an nichts: Mit zwei Turnhallen, Tennisplätzen, Schwimmhalle, Sportplätzen, Tischtennisplatten, Internetraum, Klavieren und vielen anderen Dingen hatten wir genug Beschäftigung für unseren viel zu kurzen Aufenthalt.
Ein normaler Tagesverlauf sah etwa so aus, dass wir nach einem Frühstück und dem folgenden täglichen Plenum um 8:30 Uhr gegen 9:00 Uhr in die einzelnen Kurse gingen und uns mit unserem speziellen Thema auseinandersetzten. Mittagessen gab es jeden Tag um 12:30 Uhr, wonach der Nachmittag für gemeinsame Aktivitäten vorgesehen war, wie etwa eine Teilnahme am Chor oder bei unserer Band.
Nach dem Kaffee ging es dann um 16:30 Uhr wieder zurück in die Kursräume wo wir bis 18:30 Uhr an unseren wissenschaftlichen Problemen weiterarbeiten durften.
Was tut man abends? - klar, wir hatten natürlich auch genug Möglichkeiten, um bis in die frühen oder späten Morgenstunden gemeinsam aktiv zu bleiben.
Laut Statistik hat ein Teilnehmer an dieser SchülerAkademie aufgrund diverser Aktivitäten und Kursarbeiten im Durchschnitt 5 Stunden Schlaf gehabt, einige mehr, andere weniger.
Im Verlauf der Veranstaltung stellte sich bei vielen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern - so auch bei mir - ein ständig wachsendes Schlafdefizit ein, was nicht zuletzt auch dadurch dokumentiert wurde, dass immer weniger Schülerinnen und Schüler am Frühstück teilgenommen haben.
Langeweile kannte niemand in diesen Tagen in Gaesdonck, denn das wirklich reichhaltige Arbeits- und Freizeitangebot wurde zusätzlich noch durch eine Kanufahrt, oder alternativ, die Besichtigung der Stadt Xanten ergänzt. Auch diverse Ausflüge über die Grenze und nach Goch sowie kursspezifische Exkursionen boten gute Abwechslung.
Höhepunkte waren mit Sicherheit zum Ende hin eine super vorbereitete "Wetten-Dass?"-Show, ein öffentliches Konzert und ein vollkommen gelungener Abschlussabend.
Ehrlich gesagt, ist es schwer, die sich diese zwei Wochen über entwickelnde Atmosphäre zu beschreiben.
Meiner Meinung nach kann man die Begeisterung, die jeder, während und über diese wohl einmalige Zeit hinaus, empfunden hat und die sich bei jedem von uns tief in das Gedächtnis und unsere Erinnerungen gegraben hat, nur selber erleben und nur bedingt an andere weitergeben.
Immerhin handelte es sich hier um eine nicht alltägliche, anregende Atmosphäre, die zum einen geprägt war von intensiver und anstrengender Kursarbeit, zum anderen aber auch viele Elemente der Entspannung und des persönlichen Gesprächs enthielt, aus der schnell eine Gemeinschaft entstand, die weit über die Akademie hinaus prägende und bindende Wirkungen entfaltet hat.

Ein mit mir befreundeter Akademieteilnehmer hat versucht, dies in den folgenden Zeilen auszudrücken, denen sicher niemand, der jemals eine solche SchülerAkademie besucht hat, widersprechen könnte:
"Die zweieinhalb Wochen SchülerAkademie haben sicherlich zu den schönsten und intensivsten in meinem Leben gehört. Dies erstreckt sich von dem Inhaltlichen, dem Lernen und Ausprobieren über die sportlichen Aktivitäten hin zu der tollen Atmosphäre und dem Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Offenheit und vor allem das Verständnis und der gleiche Erfahrungshorizont haben dazu geführt, dass die Gespräche die oberflächliche Ebene schnell verlassen konnten. Ich hatte so auch mal die Möglichkeit, mich über Themen zu unterhalten, die normalerweise nicht möglich sind ..."
Aus diesem Gedanken heraus möchte ich dem Förderkreis des Rhein-Wied-Gymnasiums ganz herzlich danken, der mir den Besuch dieser prägenden und einstimmig von uns allen für einzigartig erklärten Akademie ermöglicht hat.