Förderkreis
Förderung eines Schülers
Von: Frank Schildberg Erstellt am Donnerstag, 06. Januar 2005 um 19:08
Im Schuljahr 2000/2001 ermöglichte der Förderkreis des Rhein-Wied Gymnasiums dem Schüler Frank A. Schildberg die Teilnahme an der Deutschen Schüler-Akademie 2001 in Gaesdonck.
Frank A. Schildberg bedankte sich für die finanzielle Unterstützung mit einem Bericht über die Veranstaltung.
"Sicher haben noch nicht viele von dem Ort Gaesdonck gelesen, wenn es
dann auch noch "Gasdonck" ausgesprochen wird, kann man ja nur verwirrt
werden. Dieser eben genannte Ort befindet sich unweit der niederländischen
Grenze, genauer gesagt, die Grenze führt direkt daran vorbei. Nicht weit
davon entfernt liegt der deutsche Ort Goch, ungefähr eine Stunde Autofahrt
nord-westlich von Essen.
Warum Gaesdonck ein Ort ist, weiß ich immer noch nicht so recht, denn
dieser Fleck auf der Landkarte umfasst eigentlich nur ein in ein Kloster integriertes
Gymnasium mit angeschlossenem Internat.
In der Ferienzeit dieses Gymnasiums fand nun vom 12. bis zum 28. Juli
2001 neben sechs weiteren Austragungsorten die alljährliche Deutsche
SchülerAkademie statt.
Das heißt, hier trafen sich insgesamt rund 110 ausgewählte
Schüler, Kursleiter und Wissenschaftler aus den Ländern Deutschland,
Italien, der Schweiz, der Slowakei, Spanien, Ungarn und den USA, welche gemeinsam
zweieinhalb Wochen ihrer Schul- bzw. Ferienzeit miteinander verbrachten.
Im Verlauf des Treffens habe ich an verschiedenen Kursen teilgenommen.
Besonders begeistert hat mich der Genetikkurs, indem wir uns mit der Wirkung
von Arzneimitteln beschäftigst haben.
Bei der Suche nach Angriffspunkten für Medikamente im menschlichen Organismus
spielen Proteine eine wesentliche Rolle; im Kurs haben wir uns deshalb auch
sehr intensiv mit Struktur und Funktion eben dieser Proteine beschäftigt.
Dabei haben wir nach und nach den Weg von der DNS über die Proteine zur
Arzneistoffentwicklung nachvollzogen und dabei festgestellt, dass der Weg zum
funktionsfähigen Arzneimittel viel länger und schwieriger ist, als
dies zunächst erscheinen mag.
Neben diesem Genetikkurs fanden noch vier andere Kurse statt. Hierbei handelte
es sich um die Themenbereiche Informatik, Kunst, Mathematik und Musik. Durch
mehrere Präsentationen konnte jeder auch von den Inhalten anderer Kurse
profitieren.
Natürlich gab es auch Zeit, die wir mit Sport, musikalischen Aktivitäten
und anderen Dingen verbringen konnten, denn es fehlte einfach an nichts: Mit
zwei Turnhallen, Tennisplätzen, Schwimmhalle, Sportplätzen, Tischtennisplatten,
Internetraum, Klavieren und vielen anderen Dingen hatten wir genug Beschäftigung
für unseren viel zu kurzen Aufenthalt.
Ein normaler Tagesverlauf sah etwa so aus, dass wir nach einem Frühstück
und dem folgenden täglichen Plenum um 8:30 Uhr gegen 9:00 Uhr in die einzelnen
Kurse gingen und uns mit unserem speziellen Thema auseinandersetzten. Mittagessen
gab es jeden Tag um 12:30 Uhr, wonach der Nachmittag für gemeinsame Aktivitäten
vorgesehen war, wie etwa eine Teilnahme am Chor oder bei unserer Band.
Nach dem Kaffee ging es dann um 16:30 Uhr wieder zurück in die Kursräume
wo wir bis 18:30 Uhr an unseren wissenschaftlichen Problemen weiterarbeiten
durften.
Was tut man abends? - klar, wir hatten natürlich auch genug Möglichkeiten,
um bis in die frühen oder späten Morgenstunden gemeinsam aktiv zu
bleiben.
Laut Statistik hat ein Teilnehmer an dieser SchülerAkademie aufgrund diverser
Aktivitäten und Kursarbeiten im Durchschnitt 5 Stunden Schlaf gehabt, einige
mehr, andere weniger.
Im Verlauf der Veranstaltung stellte sich bei vielen Kursteilnehmerinnen und
Kursteilnehmern - so auch bei mir - ein ständig wachsendes Schlafdefizit
ein, was nicht zuletzt auch dadurch dokumentiert wurde, dass immer weniger Schülerinnen
und Schüler am Frühstück teilgenommen haben.
Langeweile kannte niemand in diesen Tagen in Gaesdonck, denn das wirklich reichhaltige
Arbeits- und Freizeitangebot wurde zusätzlich noch durch eine Kanufahrt,
oder alternativ, die Besichtigung der Stadt Xanten ergänzt. Auch diverse
Ausflüge über die Grenze und nach Goch sowie kursspezifische Exkursionen
boten gute Abwechslung.
Höhepunkte waren mit Sicherheit zum Ende hin eine super vorbereitete "Wetten-Dass?"-Show,
ein öffentliches Konzert und ein vollkommen gelungener Abschlussabend.
Ehrlich gesagt, ist es schwer, die sich diese zwei Wochen über entwickelnde
Atmosphäre zu beschreiben.
Meiner Meinung nach kann man die Begeisterung, die jeder, während und über
diese wohl einmalige Zeit hinaus, empfunden hat und die sich bei jedem von uns
tief in das Gedächtnis und unsere Erinnerungen gegraben hat, nur selber
erleben und nur bedingt an andere weitergeben.
Immerhin handelte es sich hier um eine nicht alltägliche, anregende Atmosphäre,
die zum einen geprägt war von intensiver und anstrengender Kursarbeit,
zum anderen aber auch viele Elemente der Entspannung und des persönlichen
Gesprächs enthielt, aus der schnell eine Gemeinschaft entstand, die weit
über die Akademie hinaus prägende und bindende Wirkungen entfaltet
hat.
Ein mit mir befreundeter Akademieteilnehmer hat versucht, dies in den folgenden
Zeilen auszudrücken, denen sicher niemand, der jemals eine solche SchülerAkademie
besucht hat, widersprechen könnte:
"Die zweieinhalb Wochen SchülerAkademie haben sicherlich zu
den schönsten und intensivsten in meinem Leben gehört. Dies erstreckt
sich von dem Inhaltlichen, dem Lernen und Ausprobieren über die sportlichen
Aktivitäten hin zu der tollen Atmosphäre und dem Zusammengehörigkeitsgefühl.
Die Offenheit und vor allem das Verständnis und der gleiche Erfahrungshorizont
haben dazu geführt, dass die Gespräche die oberflächliche Ebene
schnell verlassen konnten. Ich hatte so auch mal die Möglichkeit, mich
über Themen zu unterhalten, die normalerweise nicht möglich sind ..."
Aus diesem Gedanken heraus möchte ich dem Förderkreis des Rhein-Wied-Gymnasiums
ganz herzlich danken, der mir den Besuch dieser prägenden und einstimmig
von uns allen für einzigartig erklärten Akademie ermöglicht hat.


