RWG-Schüler auf Demokratie-Tagung
Von: P. Ostermann Aktualisiert: 19.06.2010 um 14:37
Beim ersten Treffen aller rheinland-pfälzischen Modellschulen für Demokratie am Mittwoch, 16. Juni, in Anwesenheit von Vertretern des Schulministeriums und Fachleuten stand die Moderatorengruppe des Rhein-Wied-Gymnasiums mehrfach im Mittelpunkt: Zum Einen inszenierten Franziska Sahm und Max Hillesheim eine selbst verfasste szenische Darstellung zum Thema Gewalt. Zum Anderen stellte Anne Udelhoven vor dem interessierten Fachpublikum die sich entwickelnde vielbeachtete demokratische Schulkultur des Rhein-Wied-Gymnasiums vor. Veranstalter der Tagung in Bad Kreuznach mit über 80 Teilnehmern waren u.a. das Schulministerium, die Serviceagentur Ganztägig Lernen, Rheinland-Pfalz, sowie weitere Beratungseinrichtungen.
Ziel der Veranstaltung war der gegenseitige Austausch der 26 Modellschulen für Partizipation und Demokratie in Rheinland-Pfalz untereinander und mit den Beratungskräften. Als prominenteste Rednerin sprach Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel von der Universität Dortmund, die auch Mitglied der Jury des Deutschen Schulpreises ist. Sie ist eine kompetente und engagierte Befürworterin von Partizipation als Qualitätsmerkmal guter Schulen, wie sie in ihrem Vortrag betonte. Einige wenige ausgewählte Modellschulen bekamen die Gelegenheit Einblick in ihre Praxis und Partizipation an ihrer Schule zu geben. Zu diesen Schulen gehörte auch das Rhein-Wied-Gymnasium (RWG). Besonders hob die Schülerin der 9.Klasse des RWG, Anne Udelhoven, in ihrem Vortrag das vernetzte Gesamtkonzept ihres Gymnasiums hervor. Dieses umfasst ein dreigliedriges Stufenmodell der 5. - 7. Klasse, der 8. - 10. Klasse und schließlich der Oberstufe bis zum Abitur. Schon bei den Jüngsten legt das Rhein-Wied-Gymnasium Wert auf Förderung der sozialen Kompetenzen, so Anne Udelhoven, indem die jungen Schüler Partizipation durch das Modell des Klassenrates erleben. Dort lernen sie ihre Probleme eigenverantwortlich zu lösen.
In der Sek. I, in den Klassen 7-10, können die SchülerInnen ihre Fähigkeiten als Moderatoren erproben und weiter ausbauen. Somit haben sie am Ende der zehnten Klasse die Möglichkeit, dem letzten Teilmodell der Schule beizutreten, der Schülervertretung. „Als Moderatoren erproben wir unsere Fähigkeiten bei offiziellen Anlässen, bei der Unterstützung von Schülern und der Lösung von Konfliktsituationen", so die Schülerin, die selbst diese Ausbildung absolviert hat.
Der Vortrag stieß auf rege Begeisterung. Dabei beeindruckte vor allem die stringente Struktur des demokratischen Leitkonzepts.
Bereits das Theaterstück hat die hohe Aktualität und Notwendigkeit dieser Maßnahmen aufgezeigt. Die beiden 9.-Klässler wurden inspiriert durch ein Ensemble aus Berlin, das die Moderatorengruppe des RWG für zwei Aufführungen vor einigen Wochen engagiert hatte (Die „Rhein-Zeitung" berichtete). Das Skript verfasste Max Hillesheim. In einer intensiv verdichteten Inszenierung thematisierte das Stück die Isolation und Verzweiflung eines um Anerkennung ringenden Außenseiters. Dabei spiegelte seine Bühnenpartnerin Franziska Sahm die Hilflosigkeit seiner Umwelt aus verschiedenen Perspektiven wider. Die Szene war ein gelungener Einstieg für das Tagungsthema, denn Ziel der Veranstaltung war es, neue Wege der Partizipation aufzuzeigen und damit durch eine Kultur der Unterstützung zu etablieren.
,,Demokratie braucht Menschen, die sie leben.''
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