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AusstellungstafelDer Moment ist hoch emotional: Die Schirmherrin des Wettbewerbs „Demokratisch Handeln" Hildegard Hamm-Brücher berichtet von ihrer Verfolgung im „Dritten Reich", die sie als „Halbjüdin", so der NS-Jargon, erlitt. Im großen Saal der „Akademie für politische Bildung Tutzing" des Freistaates Bayern hören die 300 Jugendlichen und Erwachsenen der soeben 90 Jahre alt gewordenen Jubilarin gespannt zu. Valerie Eichmann vom Rhein-Wied-Gymnasium ebenso wie der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle und sein prominenter Vorgänger Professor Hans Maier. Hamm-Brüchers Stimme zittert, als sie berichtet, wie sie als Jugendliche im „Dritten Reich" verfolgt und ausgegrenzt wurde: „Ich habe mich damit abgefunden, alleine zu bleiben. Hätte ich einen Freund gehabt, wären ich und er ins KZ gekommen." Die Nazis deportierten ihre Großmutter nach Theresienstadt, wo sie Selbstmord beging. Sie selbst wurde 1943 in letzter Minute vor der Verhaftung durch die Gestapo gerettet.

Aufgrund dieser traumatischen Erfahrung ist Hildegard Hamm-Brücher seit 1948 in der Politik. Mehrfach war sie in Bonn Staatssekretärin, kandidierte 1994 für das Amt des Bundespräsidenten. Die Akademie in Tutzing am Starnberger See gründete sie übrigens 1957 mit. Damit sich der NS-Terror nie mehr wiederholt, rief die „Grande Dame der Demokratie" vor über 20 Jahren mit Gleichgesinnten das an Schüler gerichtete Programm „Demokratisch Handeln" ins Leben. Bis heute beteiligten sich daran weit über 4.000 Schülergruppen. Von rund 250 Schüler-Projekten aus ganz Deutschland wurden dieses Jahr die 50 eindrucksvollsten nach Tutzing eingeladen, darunter auch die Delegation aus Neuwied: 180 Schüler, Lehrer, Politiker und Wissenschaftler kamen dort vier Tage zusammen. Sie diskutierten und arbeiteten in Workshops miteinander. Unter anderem kreierten sie einen Film über die Tagung, der unter maßgeblicher Mitwirkung aus Neuwied entstand. Sie tauschten ihre Ergebnisse und ihre Erfahrungen aus. Dazu gab es ein kulturelles Begleitprogramm.

Prämiert mit der Teilnahme wurde die AG Schüler-helfen-Schülern aufgrund ihres Beitrags „Kunst & Demokratie - passt das zusammen?". Hildegard Hamm-Brücher überreichte ihnen am Schlusstag die Urkunde. Damit war das Rhein-Wied-Gymnasium die einzige ausgezeichnete Schule aus ganz Rheinland-Pfalz. Außerdem stellte Valerie Eichmann in der Lernstatt das Demokratie-Projekt ihrer Schule vor. Das gelang ihnen offensichtlich überzeugend, denn vom Bayerischen Rundfunk wurde sie dazu interviewt.

 

Urkunde_Presse_Schule

Mit Stock Hildegard Hamm-Brücher, Bildmitte Valerie Eichmann, 3. von rechts Akademieleiter Prof. Heinrich Oberreuter, ganz rechts Wettbewerbsleiter Prof. Peter Fauser zusammen mit den anderen Preisträgern zum Thema Schule

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