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Von Mittwoch, dem 12. Dezember 2018, bis Freitag, dem 14. Dezember 2018, fand das Landtagsseminar in Mainz statt, welches von Leonie Heinemann und mir, Tamara Kirschbaum, aus der Klasse 10b besucht wurde. Das Seminar, in dem politische Inhalte rund um den Landtag vermittelt werden, richtet sich an Jugendliche der 10. Klassen der allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz.

Dabei können die Schüler und Schülerinnen einmal hinter die Kulissen von politischen Entscheidungsabläufen schauen und Einblicke in den Alltag von politisch Handelnden erlangen. Das Ziel ist es, den Seminarteilnehmern erfolgreich zu vermitteln, wie Politik „gemacht“ wird, welche Zwänge dabei eine Rolle spielen, wie die politischen Entscheidungen umgesetzt werden und wie Jugendliche sich und ihre Interessen besser in das politische Geschehen einbringen können.

Nach der Anreise in der Rhein-Main-Jugendherberge startete das Seminar um ca. 11 Uhr mit einem Kennenlernspiel und einer Erläuterung des Programms. Im Anschluss gab es ein Mittagessen im Jugendgästehaus und wir durften unsere Zimmer beziehen. Anschließend besuchten wir das Landtagsgebäude im Isenburg-Karree und sahen uns den Film „Unser Landtag: Demokratie gemeinsam gestalten“ an. Danach erarbeiteten wir in Gruppenarbeit in drei Workshops folgende Themen, die anschließend präsentiert und diskutiert wurden:

  • Politik – Was geht mich das an?
  • Der/Die Abgeordnete – das unbekannte Wesen?
  • Das Plenum – die Vollversammlung des Landtags

Daraufhin aßen wir im Haus des deutschen Weines zu Abend und durften in Fünfergruppen über den Mainzer Weihnachtsmarkt schlendern.

Der zweite Tag begann um 9 Uhr im Abgeordnetenhaus mit einer Einführung in die Tagesordnung der Plenarsitzung des Landtags Rheinland-Pfalz. Im Anschluss besuchten wir eine solche Plenarsitzung, welche derzeit in der Steinhalle des Mainzer Museums tagen muss, da der eigentliche Sitzungssaal im Deutschhaus renoviert wird. Da gerade der Haushalt das größte Thema ist, wurde während unserer Anwesenheit beispielsweise diskutiert, wie viel Geld in die Sicherheit oder die Bildung investiert werden soll.

Nachdem wir gegen 13 Uhr im griechischen Restaurant „Delphi“ gegessen hatten, fuhren wir wieder zum Abgeordnetenhaus und bereiteten uns dort auf das Abgeordnetengespräch vor. Dazu dachten wir uns jeweils 3 konkrete Fragen zu folgenden drei Themen aus:

  • Der Beruf und das Leben eines Abgeordneten (Reaktion der Bürger und Parteileben)
  • Aktuelle politische Fragen (Plastikmüll, Breitbandausbau und Jugend)
  • 17. Wahlperiode des Landtags RLP (zwischenmenschlicher Umgang mit anderen Abgeordneten)

Die Fragen wurden uns unter anderem von Martin Brandl (CDU), Sven Teuber (SPD), Andreas Hartenfels (Bündnis90/die Grünen) und Marco Weber (FDP) beantwortet. Auffällig dabei war, dass trotz der unterschiedlichen Antworten alle eine Gemeinsamkeit haben: Sie haben sich schon im jungen Alter für Politik interessiert und waren in Jugendorganisationen der Parteien aktiv.

Medien spielen in der Politik ebenso eine große Rolle, da sie die Politik an die Menschen verständlich und neutral vermitteln. Aus diesem Grund durften wir am Abend den SWR besuchen und bei der Livesendung „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ dabei sein. Außerdem hatten wir die Gelegenheit auch die Berufe der Moderatorin, des Kamera- und Tonmannes und anderer Mitwirkender näher kennenzulernen, indem wir durch das Studio und die Nebenräume geführt wurden.

Am letzten Tag wurden die Informationsangebote für junge Leute bei der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz vorgestellt. Das Seminar wurde auch von der Landeszentrale für politischen Bildung unterstützt und finanziert. Im letzten Programmpunkt spielten wir eine Plenarsitzung im Plenarsaal zum Thema „Wahlrecht ab 16“ nach. Dabei wurden wir in verschiedene Fraktionen gelost und wählten die Minister und Ministerinnen sowie den Präsidenten. Zum Schluss aßen wir gemeinsam bei Hans im Glück zu Mittag.

Ich persönlich konnte sehr viel lernen, beispielsweise, dass die eigentliche Arbeit der Politiker in den Ausschlusssitzungen besteht. Sie müssen sehr viel Recherchearbeit leisten und mit Bürgern und Bürgerinnen in Kontakt treten. Ebenso interessant dabei ist das Bild, welches uns in den Medien vermittelt wird. Bei der Plenarsitzung war es wie im Fernsehen: die Politiker am Handy oder abwesend, einer redet und die anderen schreien nur rein. Genau dieses Bild wird uns häufig in den Medien vermittelt, die Politiker sind bei der Plenarsitzung abwesend oder abgelenkt, jedoch findet die eigentliche Arbeit der Politiker, wie bereits erwähnt, in den Ausschusssitzungen statt, während die Plenarsitzungen reine „Show-Diskussionen“ für die Bürger sind.

Um den Ablauf einer Plenarsitzung zu verstehen, führten wir das Rollenspiel durch, was meiner Meinung nach sehr gelungen war, da man so die Wahl der Minister sowie des Präsidenten und ebenso den Ablauf besser nachvollziehen konnte. Außerdem war es etwas völlig anderes als im Unterricht, da man die Möglichkeit hatte, Politik hautnah zu erleben, von der Räumlichkeit bis hin zu der gestellten Situation.

Ich bin der Meinung, dass jeder die Gelegenheit haben sollte, diese Erfahrung selbst zu machen. Mein Fazit ist, dass das Seminar sehr lehrreich war. Man lernt neue Menschen kennen und sehr viel über Politik (und das sogar mit Spaß). Das, was im Unterricht langweilig oder ein „trockenes“ Thema ist, macht auf einmal nicht nur Spaß, sondern wird auch verständlich. Die zwischenmenschliche Erfahrung ist sehr wertvoll, man lernt andere Meinungen kennen und damit weiterzuarbeiten. Darüber hinaus spielt die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen, richtig zu argumentieren und ein Stück weit zu moderieren eine große Rolle in dem Seminar.

Ich kann diese Veranstaltung nur weiter empfehlen und an alle appellieren, die eine solche Gelegenheit bekommen, diese auch zu nutzen.

 

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