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Im Jahr 2001 feierte das RWG sein 125jähriges Bestehen. Anlässlich der 100-Jahr-Feier erschien in der damaligen Festschrift ein chronologischer Abriss, den unsere Unterstufenzeitung Flip-Flop ausgegraben hat und Anfang 2000 teilweise wörtlich veröffentlichte.Verständlicherweise endet diese Chronik im Jahr 1977 - eine Ergänzung wird sicherlich im nächsten Jahr erfolgen.

Es begann alles 1876: Die damalige Höhere Mädchenschule wurde zwar schon 1869 von einer Bürgerinitiatve gegründet, aber 1876 von der Stadt Neuwied übernommen. In diesem Jahr zieht sie in das heutige Rathaus.

1879: Ein Teil der Schule wird in eine Lehrerinnenbildungsanstalt umgewandelt. Dort können von nun an angehende Lehrerinnen geprüft werden.

1893: Die Lehrerinnenbildungsanstalt wird ausgebaut.

1903: Momentan gehen schon 190 Schülerinnen auf die Schule.

1905: Mittlerweile ist die Schülerzahl schon auf 280 Mädchen angewachsen!

1908: Girlpower! Auch Mädchen können jetzt - nach langem Kampf - eine gymnasiale Oberstufe besuchen.

1912: Die Schülerzahl steigt immer weiter, der Raum wird zu eng, also wird ein neues Gebäude am oberen Ende der Hermannstraße gebaut.

1914: Während des ersten Weltkrieges werden die Schülerinnen zu Arbeiten in der Heimat herangezogen und das Schulgebäude wird von mehreren Dienststellen der Wehrmacht und anderen Behörden und Verbänden in Anspruch genommen.

1920-1924: Durch reformierte Schulgesetzesgebung nach dem Krieg werden die Richtlinien an der Schule neu gezogen und es bildet sich das noch heute gültige System heraus: Unterstufe und Mittelstufe, nach der die Mittlere Reife möglich ist, dann die Oberstufe, nach der das Abitur möglich ist und damit der Zugang zu einer Universität.

1925: Das erste vollgültige Abitur findet statt. Die Prüfer sind mit den Ergebnissen der vier Abiturientinnen zufrieden.

1933-1945: Das Dritte Reich gründet ein Reichserziehungsministerium, das viele Neuerungen einführt, unter anderem wird die Oberstufe in eine dreijährige Frauenschule umgewandelt, die den Besuch einer Universität nicht berechtigt. Deshalb werden

1938: Zu den hauswirtschaftlichen Fächern sprachliche hinzugefügt, die den Besuch einer Universität wieder erlauben.

1944: Mehrere Lehrer werden zum militärischen Arbeitsdienst eingezogen. Als dann im September 1944 eine Bombe das Schulgebäude stark beschädigt, kann es nicht mehr genutzt werden. Die Schule wird geschlossen und einige Lehrer und Schülerinnen nach Weiden/Oberpfalz geschickt.

1945: März: Da amerikanische Truppen Neuwied besetzt halten, wird die Schule als Sammelstelle für "Fremdarbeiter" verwendet. Viele Lehrkräfte aus dem Ort, die Schülerinnen wie auch der Hausmeister bemühen sich, dass wenigstens einige Innenräume in Ordnung bleiben, sodass im Oktober schon wieder 10 Räume im Hauptgebäude genutzt werden können.

Bis 1947: werden die Räume unserer Schule auch von dem Jungengymnasium genutzt, da deren Gebäude beschädigt und ausgeplündert worden ist. Im Herbst endlich findet wieder Unterricht statt, doch wird ein vollständiger Unterricht dadurch behindert, dass viele Lehrer und Räume noch fehlen und die Klassen teilweise überfüllt sind.

1948: Bis zu der Währungsrefonn im Jahre 1948 fehlen sogar Bücher, Hefte und Schreibmaterial. Die zum Unterricht notwendigen Lehrmittel, wie auch die Bibliothek sind entweder zerstört oder ausgeraubt worden. Im Winter kommen noch mehr Probleme dazu: Da es keinen Brennstoff gibt, fällt der Unterricht oft aus oder es wird in kalten Räumen unterrichtet. Außerdem sind Lehrer und Schüler durch den Krieg und die sich hochziehenden Leiden und Lasten in der Arbeitskraft beeinträchtigt. Hinzu kommen fehlendes Kleider- und Schuhmaterial und Hunger. Neuwied liegt in der französischen Besatzungszone. Deren Militärregierung verordnet Zentralabitur, Änderung der Sprachenfolge zugunsten ihrer eigenen und die Verlegung des Schuljahresbeginns vom 01.04. auf den 01.08. Die erste und letzte Schulkonferenz der Erziehungsminister aller vier deutschen Besatzungszonen findet statt. Man will alle Pläne mit Lehrern, Eltern und der Bevölkerung besprechen, weshalb die Konkretisierung der genauen Pläne sehr lange dauert.

1949: Die Geschäftsordnung dieser Konferenz wird in der Bundesrepublik angenommen.

1950: Der Schuljahresbeginn wird wieder vom 01.08. auf den 01.04. verlegt.

1951: Durch die Schulreform wird die Schule zu einem Neusprachlichen Gymnasium. Die neue Sprachenfolge ist: 5. Klasse: Französisch; 7. Klasse: Latein; 9. Klasse Latein, wenn man Abitur machen will. Wer nur bis zur 10. Klasse zur Schule gehen möchte, kann In der 7. Klasse Englisch statt Latein wählen. Das Punktesystem wird von der Notengebung abgelöst.

1953: Die Schüler der höheren Schulen bekommen jetzt dreimal im Jahr Zeugnisse.

1951-1955: Die zerstörte Aula wird von der Stadtverwaltung wieder aufgebaut.

1958: Die Schülerinnen bekommen wieder zwei Zeugnisse pro Schuljahr.

1959: Rahmenplan für die Umgestaltung und Vereinheitlichung des allgemeinbildenden und öffentlichen Schulwesens. Einführung der Förderstufe.

1960: Das Mädchengymnasium wird vom Land Rheinland-Pfalz übernommen und erhält von Neuwied die Schulträgerschaft. Ab jetzt nennt es sich "Staatliches Neusprachliches Gymnasium für Mädchen". Baulastträger wird Neuwied. Damit der Schulleiter von einer Anzahl seiner Lasten und Verantwortungen etwas entlastet wird, ernennt das Kultusministerium einen Stellvertreter für den Direktor.

1964: Die bisherige Sprachenfolge wird geändert, da die Bedeutung der angloamerikanischen Sprache immer mehr zunimmt. Die erste Fremdsprache ist jetzt Englisch, die zweite Latein und die dritte Französisch. Wer die Schule mit der zehnten Klasse schon abschließen will, hat als zweite Fremdsprache Französisch.

1965-1967: Weil das alte Schulgebäude zu klein geworden ist, wird ein mehrflügeliger Erweiterungsbau angefügt, der einen zweiten Schulhof umschließt. Baulastenträger ist die Stadt Neuwied.

1966: Da es einen akuten Mangel an Grund- und Hauptschullehrern gibt, wird eine sozialkundliche Abteilung eingerichtet, deren Abschlussprüfung eine begrenzte Hochschulzulassung gewährt. Die praktische Ausbildung an der Frauenoberschule bedingt umfangreiche Neueinrichtungen, wie z.B. Küchen, die aber der gesamten Schule zugute kommen.

1966/1967: Der Schuljahresbeginn wird vom 01.04. wieder auf den 01.08. verlegt. Wegen der überzähligen Monate wird entschieden, dass es zwei Kurzschuljahre geben soll, die diese Monate auffangen sollen.

1967: Es gibt keine Aufnahmeprüfung mehr für die 5. Klasse.

1971: Mädels, freut euch: Ab diesem Jahr dürfen auch Jungs die Schule besuchen! Allerdings erst mal nur in den 5. und 11. Klassen, da sich der Übergang allmählich vollziehen kann.

1972: Das "Staatliche Neusprachliche Gymnasium für Mädchen" heißt nun: Rhein-Wied-Gymnasium.

1975: Der Kreis Neuwied übernimmt nun auch die Sachkosten. Mit Beginn des neuen Schuljahres wird die Mainzer Studienstufe (MSS) eingeführt.

1975/1976: 1390 Schüler besuchen unsere Schule. Davon sind 1016 Mädchen und 374 Jungen.

1977: Ab diesem Jahr dürfen Jungen aller Jahrgänge das Rhein-Wied-Gymnasium besuchen.

1986: Ein neues Fach wird "geboren": Erstmals wird Informatik am RWG unterrichtet. Es kann als Grundkurs in der MSS belegt werden. Die Kollegen, die Informatik unterrichtet, haben die entsprechende Befähigung und Erlaubnis über Weiterbildungskurse in ihrer Freizeit, parallel zum Berufsalltag, erworben.

2001: Das RWG feiert mit einem großen Schulfest den 125. Geburtstag.

2005: Der erste Informatik-Leistungskurs am Rhein-Wied-Gymnasium startet. Damit ist das RWG die erste und bis heute (Stand 2016) einzige allgemeinbildende Schule im nördlichen Rheinland-Pfalz mit diesem Angebot und auch die vierte überhaupt in ganz Rheinland-Pfalz. Voraussetzung für die Belegung als Leistungskurs ist der zweijährige Besuch des Wahlfaches in den Klassenstufen 9 und 10 (seit 2003 angeboten).

2012: Die Fassade des Schulgebäudes erstrahlt in neuem Glanz: Dank zahlreicher Spenden von Schülern, Eltern, Ehemaligen und örtlicher Geschäfte konnte die Außenfassade einen neuen Anstrich erhalten. Auch das Uhrwerk der Turmuhr wurde wieder in Gang gesetzt.

2014/15: Trotz zurückgehender Geburtenzahlen in den letzten Jahren bleibt die Schülerzahl am RWG relativ stabil: 1148 Schüler besuchen unsere Schule. Noch immer sind die Mädchen in der Mehrheit, doch haben sich die Zahlen angenähert. Unterrichtet werden sie alle von 76 Lehrerinnen und Lehrern.

 

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