Rechtsextremismus im Internet

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Rechtsextremistischer Einfluss im Internet

Auch im Internet versuchen Rechtsextremisten durch Medienverbreitung und getarnten Lockangeboten, wie z.B. Musikdownloads, Spiele und Freizeitangebote neue Anhänger zu werben. Das Gefährliche dabei ist, dass die Werber sich meistens nicht sofort als Extremisten zu erkennen geben, sondern erst später eher beiläufig den Websitenutzern ihre Ideologien vermitteln. Vor allem wird hier der Bereich Musik und Spiele gewählt, um insbesondere für Jugendliche ansprechend zu wirken, da gerade diese Zielgruppe sehr beeinflussbar ist. Traditionell sehen Rechtsextremisten Demokratie und Meinungsfreiheit nicht als Werte an sich an, sondern nutzen diese Mittel beliebig für ihre Zwecke. Daher wird das Internet als Möglichkeit gesehen, in neue Gesellschaftsbereiche einzudringen und diese zu manipulieren.

Rechtsradikale Werbung im Internet

Im Internet existieren ca. 1600 deutschsprachige rechtsradikale Websites. 16% dieser Seiten enthielten Strafbares, zum Beispiel volksverhetzende Aussagen und verfassungsfeindliche Symbole. Bei vielen dieser Seiten erkennt man jedoch nicht auf Anhieb, dass es sich um rechtsorientierte Seiten handelt, doch nach näherem Betrachten kann man sie unter Beachtung folgender Merkmale erkennen.
Erkennungsmerkmale:

  • Im Impressum wird auf Seiten/Organisationen mit Namen verwiesen, die eindeutig Begriffe aus dem zweiten Weltkrieg bzw. aus der Nazi-Szene stammen, z.B. „Stormfront“.
  • Die auf der Seite angebotene(n) Musik/Spiele beinhalten rechtsradikale Inhalte
  • Die auf der Seite vertriebene Kleidung ist von Marken aus der rechten Szene, z.B. Consdaple oder Thor Steinar bzw. Band- T-Shirts von z.B. Landser oder Screw Driver

 

Rechtsradikale Musik im Internet

Die schnelle Datenverbreitung im Internet machen sich die Rechtsextremisten
zunutze, indem sie auf diversen Internetseiten rechte Musik zum kostenfreien Download anbieten. Die beschränkt sich nicht nur auf Rockmusik (Rechtsrock), mittlerweile gibt es eine größere Bandbreite an Musikrichtungen, wie z.B. Black-Metal, Techno, volkstümliche Musik, Gothic-Musik, klassische Bardenmusik, und sogar vor „Schwarzer Musik“ wie HipHop machen die Rechtsradikalen nicht halt. Da Musik für die Jugend sehr ansprechend ist, nutzen die Extremisten diesen Weg, um ihre Ideologie zu verbreiten.
Die Fans der Musik bilden sich nach Klaus Farin (Archiv der Jugendkulturen, S. 96f.) aus drei verschiedenen Motivationssträngen heraus:

  • Ein Teil der Fans hört diese Musik aus ideologischer Übereinstimmung. Rechtsextreme und junge Rassisten lassen sich durch nazistische und rassistische Musik emotional wie ideologisch aufrüsten und in ihrer politischen Identität bestätigen. Für sie ist Rechtsrock der Sound zum Rassenkrieg
  • Ein kleiner Teil ist vorwiegend oder sogar ausschließlich an der Musik interessiert, nicht an den Inhalten
  • Ein weiterer Teil der Fans interessiert sich zwar für die Texte, ist aber selbst nicht unbedingt klar rechtsextrem orientiert

 

Rechtsradikale Spiele im Internet

Ein weiterer Weg, um Jugendliche zu beeinflussen, sind PC-Spiele, die sich vom Spielerischen her kaum von handelsüblichen Spielen unterscheiden, jedoch rassistische Inhalte haben und nationalsozialistische Symbole beinhalten. Bei Neonazis sind Spiele besonders beliebt, die die freie Wahl bieten, für welche der Kriegsparteien im Zweiten Weltkrieg der Spieler kämpfen möchte. Aus diesem Grund werden von dieser Seite auch Spiele programmiert, in denen die deutsche Wehrmacht ausgewählt werden kann, was dazu führen kann, dass Spieler, die sich das Spiel ohne großen Hintergrundgedanken heruntergeladen haben, auf der Seite der Nazis kämpfen und ihnen so evtl. eine Art von Macht auf der rechten Seite vermittelt wird. Diese Art von Spielen ist in Deutschland zwar verboten, jedoch dürfen in anderen Ländern in Spielen rechtsextremistische Symbole dargestellt werden und so können die Spiele auf ausländischen Servern trotzdem zum Download angeboten werden. Jedoch sind die Spiele grafisch und vom Spieltechnischen her veraltet, da den Rechtsradikalen das Know-how und das Kapital fehlt, um mit modernen Spielen mithalten zu können.


Für weitere Informationen: www.Jugendschutz.net

Quellen

 


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