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Deutsch- Schwedische Beziehungen funktionieren reibungslos
Von: W. Sefrin Erstellt am Samstag, 15. November 2008 um 16:02
Im September dieses Jahres erwiderten Schülerinnen des RWG einen Besuch der schwedischen Partnerschule aus Jönköping.
Die Schulleitung des Per Brahegymnasiet in Jönköping hatte im Herbst letzten Jahres den Anfang gemacht und anschließend eine Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Die erste Schülergruppe aus Schweden besuchte Ende Mai das Rhein-Wied-Gymnasium. Neuwieder Schülerinnen weilten nun mit dem Initiator der Partnerschaft, Walter Sefrin, und der stellv. Schulleiterin, Frau Maas- Köppe, am Partnergymnasium in Jönköping am Vätternsee.
Das schwedische Schulsystem lässt sich mit dem deutschen nur bedingt vergleichen. Denn 95% aller schwedischen Schüler besuchen nach der Grundschule (Ende 9. Klasse) ein Gymnasium, sei es um Abitur zu machen und dann zu studieren oder einen Beruf zu erlernen, wie wir das beim Besuch des Bäckadals Gymnasiums feststellen konnten. Die dreijährige Berufsausbildung erfolgt komplett in der Schule.
Die Schüler am Per Brahe lernen in einer Ganztagsschule mit gleitendem Beginn und Ende um 17 Uhr an 5 Tagen der Woche und haben, neben vorgeschrieben Kernfächern, die Wahl zwischen fünf Programmen (z.B. sprachlich, naturwissenschaftlich deren Fächer mit unterschiedlichen Punktzahlen versehen sind, sodass der Schüler bei der recht freien Wahl seiner Fächer darauf achten muss, dass er bis zum Abitur auf seine 2500 Punkte kommt.
Begeistert zeigten sich die Schülerinnen von der Ausstattung der Schule, jederzeit nutzbaren Pc's und Laptops, der Ruhe auf den Gängen (es sind nur Oberstufenschüler) auch von der geschmackvoll ausgestatteten Mensa, die allen täglich eine von der Kommune bezahlte Mahlzeit zur Verfügung stellt.
Die Zahl der Schüler pro Fach erscheint mit ca. 30 allerdings hoch, zumal es keine Unterscheidung zwischen Grund- und Leistungskursen gibt. Dass man bei dieser Anzahl pro Kurs kein methodisches Feuerwerk erwarten kann, ist selbstverständlich. Frontalunterricht war daher die Regel. Über den Grad des Verstehens der Unterrichtsinhalte lässt sich nur spekulieren.
Die Ausstattung der Räume dagegen ist gut (TV, DVD- Gerät sind Standard) bis hervorragend (PC und Beamer), die Schüler wirkten freundlich und entspannt.
Entspannt und unkompliziert war auch das Verhältnis zu den gastgebenden Schülerinnen und Lehrern. Hierarchiefreier Umgang miteinander ist Normalität. Titel spielen keine Rolle. Schüler reden ihre Lehrer mit Du an. Gegenseitiger Respekt schwingt immer mit.
Neueste museumspädagogische Ansätze lernten wir beim Besuch des „Universeums" in Göteborg kennen. Eine naturkundliche Einrichtung, die sich auf jedes Besucherniveau einstellt.
Auch die Welt der Musik kam nicht zu kurz. Das Opernhaus der Stadt, bei dem die Semperoper in Dresden Pate stand, ermöglichte uns einen Einblick hinter die Kulissen. Hier sind 500 Mitarbeiter fest angestellt, die uns einen Einblick in die Vorbereitungen zur G.F. Händels Barockoper „Julius Cäsar" gaben.
Einen Einblick in die seit Jahrzehnten guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Schweden und Deutschland gab uns der Besuch des mittlerweile stillgelegten Bergwerks von Taberg. Von hier lieferten einst die Schweden Erze an die Nazis.
Auch der Sport kam nicht zu kurz. Neben Laufen um den Munksjönsee bestand die Möglichkeit im schuleigenen Fitnesscenter zu trainieren und ein Fußballspiel der ersten schwedischen Liga zu besuchen.
Wer so viel geboten bekommt, persönliche Beziehungen aufgebaut hat, die von sehr viel Herzlichkeit getragen sind, der kann wahrlich behaupten, dass die Beziehungen zwischen dem Per Brahe und dem Rhein-Wied-Gymnasium auf solider Grundlage stehen.
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