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Deutsch- Schwedische Begegnungen in Neuwied
Von: W. Sefrin Erstellt am Mittwoch, 20. Januar 2010 um 20:58
Anfang September 2009 weilten Lars Berlin und Elisabeth Fransson-Malm mit ihren Schülerinnen und Schülern des Per Brahe Gymnasiums aus Jönköping/Schweden zu Besuch am Rhein-Wied-Gymnasium in Neuwied. Locker und froh gelaunt begrüßten diese ihre Gastgeber, die sie bereits per Email kannten. Willkommen geheißen wurden die Gäste durch den neuen Schulleiter Herrn Meurer, assistiert von Frau Dr. Pleinen, die die Übersetzung ins Schwedische übernahm.
Beim ersten Kontakt mit dem deutschen Schulalltag meinte Julia, die sich vom Geräuschpegel in der Schule überrascht zeigte, „hier kann man sich in der Pause kaum unterhalten. Dazu muss man wissen, dass die Grundschule in Schweden bis einschließlich 9. Klasse geht und das Gymnasium nur drei Jahrgangsstufen umfasst. Für Schweden gewöhnungsbedürftig ist auch unsere föderalistische Struktur mit 16 verschiedenen Schulsystemen.
Sehr interessant fanden die Gäste beim Rundgang durch die Stadt den Deich, nachdem sie Bilder vom Hochwasser in der Innenstadt aus früheren Zeiten gesehen hatten. Beeindruckt zeigten sie sich ebenso von den sozialen Leistungen der Herrnhuter in der Brüdergemeinde wie von den Ideen der Selbsthilfe und der Selbstverwaltung des Heddesdorfer Bürgermeisters F.W. Raiffeisen.
Attraktionen kultureller Art waren der Besuch der Burg Eltz bei hochsommerlichen 300 C und des Vulkanzentrums in Niedermendig. Großes Staunen und Faszination lösten die Feierlichkeiten zu Mariä Geburt in Maria Laach aus, wo unsere Gäste zum ersten Mal Benediktinermönche zu Gesicht bekamen.
„Habt ihr hier auch ein Denkmal aus den 2. Weltkrieg", fragte Sofia. Für eine Schwedin etwas ganz Besonderes, war ihre Heimat doch als neutrales Land nie in einen Weltkrieg verwickelt. Daher stand ein weiterer Tag im Zeichen der politischen Bildung. Vom Besuch der Brücke von Remagen über das Haus der Geschichte in Bonn, für das ein hohes Interesse bestand und schließlich zur Adenauer Gedenkstätte in Rhöndorf führte die Tour durch die deutsche Geschichte.
Den kulturellen Höhepunkt bildete eine Schifffahrt auf dem Rhein von St. Goarshausen bis Rüdesheim. „Das ist ja wunderschön, so viele Burgen auf einmal, das gibt es in Schweden nicht", äußerte Alma begeistert. Auf der Wanderung von Assmannshausen zum Niederwalddenkmal konnten die wichtigsten Fragen zur nationalen Einigung Deutschlands im 19. Jahrhunderts geklärt werden.
Einen Kontrast dazu stellte der Besuch der römischen Stadt Trier dar.
So viele Eindrücke müssen erst verarbeitet werden. Bei der kleinen Abschlussfete, die noch einmal Gelegenheit gab, die guten Beziehungen zwischen beiden Gymnasien zu betonen, „schließlich haben sich die Anmeldungen zum Austausch mit dem RWG verdreifacht", wie Walter Sefrin, der Organisator dieses Projektes bemerkte. Bei so viel Herzlichkeit der Neuwieder Gastgeber ist das kein Wunder.
Anlässlich der Amtseinführung unseres neuen Schulleiters, Herrn Meurer, bestätigte Per Johnson, Rektor an unserer Partnerschule in Jönköping, die ausgezeichneten Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern beider Schulen. Die Anzahl der Schweden, die nach Neuwied kommen wollen, habe sich verdreifacht. Die nächsten Begegnungen sind bereits für den September 2010 terminiert.
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