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Unsere Suche nach den richtigen Schuhen
Von: Ute Burchert Erstellt am Mittwoch, 21. Juni 2006 um 19:37
Deichmann
Die Deichmann - Gruppe ist mit weiltweit1700 Schuhgeschäften der größte Schuhhändler Europas. Es wird mit billigen Schuhen gelockt, aber wie dieser Preis zustande kommt, interessiert niemanden. Im Gegensatz zu den Gerbereien sind die Bedingungen in der Fertigung der Schuhe noch annehmbar.Die Arbeiter sind täglich 175 verschiedenen Chemikalien, Salzen und Säuren ausgesetzt, ohne ausreichende Schutzkleidung wie festes Schuhwerk oder Atemmasken gegen den beißenden Gestank.
Diese Gifte verseuchen außerdem auch große Mengen des Trinkwassers und damit auch landwirtschaftliche Fläche.
Heinrich Deichmann stellt sich als überzeugter Christ dar und glänzt mit seine Stiftung „Wort und Tat“.
Aber wo bleibt dieses große Engagement in den eigenen Fabriken?
Heute sind die Arbeiter in den Fabriken mit Schutzkleidung ausgestattet.
Doch dies Geschah nicht von alleine!
Die ARD strahlte am 9. April 2001 Bilder aus der Firma K.H Shoes aus, deren deutscher
Hauptabnehmer Deichmann ist und konfrontierte Deichmann damit.
Zuerst versuchten sie alles von sich zu weisen, dann aber gab man nach und zeigt sich reuig.
Die Arbeiter wurden, wie zuvor, mit Schutzkleidung ausgerüstet.
ADIDAS
„The ´best´in social and environmental terms“????Sportartikel von adidas kennen wir alle und bestimmt finden wir irgendwo in unserem Schrank oder unter unseren Schuhen ein Teil von adidas. Doch wie produziert adidas seine „Markenartikel“? Dieser Frage wollen wir hier auf den Grund gehen.
Für adidas arbeiten ungefähr 13.000 Beschäftigte. Die wenigsten von ihnen unter annehmbaren Bedingungen. Der deutsche Konzern hat weltweit rund 100 Tochterunternehmen. Rohstoffe kommen aus vielen Zulieferbetrieben. Bei diesen herrschen fatale Missstände. Ein Beispiel ist die Fabrik „Yue Yuen“ in China. Der Stundenlohn eines Arbeiters beträgt dort nur etwa 21 Cent, bei einer Arbeitszeit von 60- 84 Stunden pro Woche. In einer anderen Fabrik müssen Arbeiterinnen sogar Bußgelder bezahlen, wenn sie sich verspäten, ausruhen oder am Arbeitsplatz reden. Zwangsweise Morgengymnastik ist an der Tagesordnung. Aus El Salvador berichteten im Jahr 2000 Arbeiterinnen eines dort ansässigen Zulieferbetriebes von 12jährigen Kindern, die Überstunden verrichten und bis zum nächsten Morgen auf dem Fußboden der Fabrik schlafen mussten. Arbeiterinnen seien zu Überstunden und Schwangerschaftstests gezwungen worden. Ebenso wurden Krankenstände verboten und die gewerkschaftliche Selbstorganisation unterdrückt. Außerdem wurden dort immer wieder Fälle von Diskriminierung und sexueller Belästigung bekannt. Die selben Verhältnisse finden sich in indonesischen Zulieferbetrieben. Demütigende Strafen, wie Kloputzen, sind hier an der Tagesordnung. Lohnzahlungen unter dem gesetzlichen Mindestlohn sind normal.
Als man adidas mit diesen Vorwürfen konfrontierte, bekam man als Antwort, dass bereits eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet worden wären. Nachgewiesen hat man dies allerdings noch nicht.
Quelle: Weiss; Hans, Werner; Klaus, Schwarzbuch Markenfirmen, Deuticke Verlagsgesellschaft; Wien - Frankfurt a. M., 2001²
Schockierende Zustände bei GAP
GAP hat im Jahr 2000 einen Gewinn von ca. 14,86 Mrd. ¤ gemacht.
Trotzdem lässt die Firma ihre Kleidungsstücke in Hinterhoffabriken in Asien und Lateinamerika herstellen.
In diesen Ländern ist der Lohn für die Arbeiter besonders günstig.
GAP lässt unterbezahlte Näherinnen für sich arbeiten, die zudem noch oft unbezahlte Überstunden machen müssen- teilweise hört man auch Vorwürfe der sexuellen Belästigung.
Ebenso herrschen Sicherheitsmängel in den Betrieben.
GAP führt mittlerweile in seinen Lieferanten Kontrollen durch; doch diese werden als nicht ausreichend genug kritisiert.
Zudem hat sich die schlechte Bezahlung nicht geändert- eine Näherin in Bangladesch erhält ca. 45 ¤ im Monat.
Davon kann keine Familie leben (auch nicht in Bangladesch).
Quelle: Weiss; Hans, Werner; Klaus, Schwarzbuch Markenfirmen, Deuticke Verlagsgesellschaft; Wien - Frankfurt a. M., 2001²
Levi Strauss & Co.
Produkte, Marken: Jeans, Bekleidung und Accessoires der Marken Levi`s, Dockers und Slates
Levi`s hat nur noch 21 eigene Fabriken. Der größte Anteil der Bekleidung wird von 600 Zulieferbetrieben in mehr als 60 Ländern genäht.
In diesen Zulieferbetrieben kommt es immer wieder zu katastrophalen Missständen.
In indonesischen Betrieben zum Beispiel liegt der Tageslohn unter dem gesetzlichen Mindestlohn. In der Woche arbeiten die Näherinnen jedoch bis zu 75 Wochenstunden.
In Bulgarien werden Frauen unter Druck gesetzt und erniedrigt. Am Ende des Arbeitstages müssen sich die Frauen nackt ausziehen, um nach Firmenleitung Diebstähle zu unterbinden.
Bei Protest einzelner Frauen werden diese sofort gekündigt. Als diese Vorfälle der Öffentlichkeit bekannt wurden, schaltete sich Levi`s ein. Doch irgendeine Kontrolle gibt es bis heute nicht.
Aufgrund der hohen Nachfrage nach Levi`s Produkten gibt es viele Umweltschäden. Ein größer Anteil der weltweiten Landfläche beansprucht die Baumwollindustrie. Viel an Pestiziden gehen in diese Baumwollfelder und führen zu Vergiftungserkrankungen bei den Arbeitern. Außerdem wird das Trinkwasser verseucht.
Levi`s verpasste als einer der ersten Konzerne seinen Lieferanten Richtlinien zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Trotzdem gibt es immer wieder Missstände.
Quelle: Weiss; Hans, Werner; Klaus, Schwarzbuch Markenfirmen, Deuticke Verlagsgesellschaft; Wien - Frankfurt a. M., 2001²
REEBOK INTERNATIONAL LTD.
Sportschuhe, Sportbekleidung und Equipment
Sitz in Massachussetts, USA
Nettoumsatz 2000 : 3,12 Mrd. ¤
Reebok wird als größter Heuchler bezeichnet wenn der Konzern vorgibt eine ethische Alternative zu Nike zu sein. Grund dafür ist, dass Reebok und Nike ihre Schuhe in denselben Betrieben herstellen lassen.
Menschenrechtsverletzungen wurden beispielsweise in Indonesien bekannt.
Hier wurde für beschämend niedrige Löhne gearbeitet (0,26¤ pro Std.), schwangere Frauen arbeiteten in der Nähe gefährlicher Chemikalien und Arbeiter klagten über extreme Hitze und unzureichende Ventilation.
Selbst in Los Angeles gab es den Vorwurf, dass sich das Gehalt lateinamerikanischer Immigranten unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt und außerdem routinemäßig Überstunden nicht bezahlt würden. Beschwerden wurden oft mit Kündigungen geahndet.
Quelle: Weiss; Hans, Werner; Klaus, Schwarzbuch Markenfirmen, Deuticke Verlagsgesellschaft; Wien - Frankfurt a. M., 2001²
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