Partner
ACEJ Karama , Gitarama, Rwanda
Von: Ute Burchert Erstellt am Sonntag, 15. Februar 2004 um 21:43
Association pour la contribution à l’education de la jeunesse

Unsere Partnerschule, das Collège ACEJ Karama, ist eine weiterführende Schule mit ca. 600 Schülern. Es handelt sich um eine staatliche Schule, dennoch müssen die Eltern einen Anteil des Schulgeldes bezahlen. Einige Eltern haben Schwierigkeiten diesen Anteil zu bezahlen, weswegen oft Schüler die Schule verlassen müssen. Eine kleine Anzahl von Schülern erhält finanzielle Unterstützung durch einen staatlichen Hilfsfond, der nach dem Krieg eingerichtet wurde.
Die Schule ist für das Stellen von Lehrmaterial verantwortlich. Die verfügbaren Bücher werden zu Beginn der Unterrichtsstunde ausgeteilt und am Ende der Stunde wieder eingesammelt und in die Bibliothek zurück gebracht. Jedoch gibt es in den meisten Fächern keine Bücher für den Unterricht. Die Schüler selbst besitzen keine Lehrbücher.
Nach der 3. Klasse auf dieser Schule machen die Schüler das staatliche „tronc commun“ Examen. Einige Schüler gehen danach von der Schule ab, andere bleiben auf der Schule, um ihr staatliches Abschlussexamen Ende der 6. Klasse zu machen. Diesen Schulabschluss machen die Schüler im Alter von ca. 20 Jahren.
Die meisten Schüler leben während der Schulzeit in der Schule, die zugleich ein Internat ist. Externe Schüler gehen zu Fuß zur Schule und einige müssen dabei einen Weg von 5 km und mehr zurücklegen.
Der Unterricht beginnt morgens um 8 Uhr und endet generell um 16:30 Uhr. Die Internatsschüler bleiben in der Schule bis Ende des Trimsters.
Alle Schüler lernen Kinyarwanda, Französisch und Englisch, da Ruanda ein dreisprachiges Land ist. Während des Trimesters schreiben die Schüler in jedem Fach eine Arbeit. Am Ende jedes Trimesters schreiben sie auch noch eine Abschlussprüfung. Da die Klassen sehr groß sind, ist es den Lehrern nicht möglich, alle Hausaufgaben einzusammeln und durchzusehen.
Mittags und abends gibt es in der Schule Essen. Meistens gibt es Reis und rote Bohnen, manchmal aber auch Maniok oder Kartoffeln anstatt Reis. Wenn es die Finanzen zulassen, gibt es auch Avocados zum Essen dazu. In den sonstigen Pausen essen die Schüler nichts, sie trinken nur aus dem Wasserhahn, wenn sie durstig sind.
An unserer Partnerschule gibt es einen Englischclub, einen Anti-Aids-Club und einen „Club der Freunde des Rhein-Wied-Gymnasiums“. An Freizeitaktivitäten gibt es Singen, modernes Tanzen, traditionelles Tanzen und vieles mehr. Das reguläre Sportangebot besteht aus Basketball, Volleyball, Leichtathletik und Fußball. Die Schülerinnen sind auf das Mädchen-Fußballteam besonders stolz.
Die Partnerschaft im Laufe der Jahre
Die Partnerschaft zwischen dem Rhein-Wied-Gymnasium und dem Collège ACEJ Karama in Mushubati, Gitarama, besteht seit 1992. Sie entstand durch Vermittlung von Prof. Dr. Mohr, ehemals Staatssekretär im Kultusministerium. Seit damals besteht auch der Ruanda-Arbeitskreis des RWG, der versucht Briefkontakt mit den Schulleitern und Schülern des Collège zu halten. Auch aufgrund des Bürgerkrieges 1994 wurde der Kontakt nicht gänzlich unterbrochen, zumal das Koordinationsbüro in Kigali, eigerichtet von der rheinland-pfälzischen Landesregierung, diese und andere Partnerschaften koordiniert.Zur Unterstützung unserer Partnerschule, vor allem nach dem Krieg, trugen wir mit vielen Aktionen bei. Mit Spendenaktionen, Kleider- und Schulmaterialspenden, Verkaufsständen bei Schulveranstaltungen, zwei Rockkonzerten und verschiedenen Fußballturnieren sowie beim jährlichen Weihnachtsmarkt am RWG sammelten wir viel Geld und Hilfsmaterialien. So waren wir in der Lage, unsere Partnerschule, die eine berufsorientierte Ausbildung ermöglicht, regelmäßig finanziell und materiell zu unterstützen.
Chronologie
| Jahr | Aktionen |
|---|---|
| 1992 | Zunächst wurden Werkstätten sowie Unterhalt und das Schulgeld einzelner Waisen finanziert. Ziel war es, eine berufsorientierte Ausbildung für breitere Schichten zu ermöglichen. Aktionen: Durch Jobben (Apfelsaftproduktion), den „Milchkuhpfennig“ und Geldspenden kamen ca. 10000 DM zusammen. 15 Schreibmaschinen, 7 Mikroskope und Werkzeug wurden nach Ruanda geschickt. 3 Jahre lang wurden Internatsplätze für 7 Waisen finanziert (jährlich 3000 DM). |
| 1994 | wurden Sportschuhe geschickt und der Kauf von weiteren Sportmaterialien ermöglicht. |
| 1995 - 1996 | wurden mehrfach höhere Beträge geschickt, die durch den Verkauf von Musikkassetten sowie zwei Konzerten erwirtschaftet wurden. Schreibmaterial wurde gesammelt. |
| 1997 | wurden durch eine „Börse für Aus- und Weiterbildung“ ca. 1000 DM für Waisenkinder erwirtschaftet. Ausstellung RWANDA am RWG |
| 1998 | Verpflegungsstände am Elternsprechtag |
| 1999 | „Messe des Lernens“ am RWG und Verpflegungsstände erbrachten 1500 DM. |
| 2000 | Der Kauf von Lehrbüchern im Wert von 1500 DM wurden ermöglicht. |
| 2001 | Geld für Schreibmaschinen und Zubehör wurde gesammelt. |
| 2002 | Weihnachtsmarkt / Kauf von Schreibmaschinen, Trikots und Bällen |
| 2003 | Geld für Computer wurde gesammelt |
| 2004 | E-mail-Austausch und Weihnachtsmarkt, Sammlung von Materialien für den Kunstunterricht |
| 2005 | Container mit Turnschuhen,Wandkarten und gesammeltem Material für den Kunstunterricht wird nach Ruanda gechickt. |
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