Theaterstück zum Thema Alkohol am RWG
Von: N. Baumgartner Erstellt am Donnerstag, 09. Juni 2011 um 19:02
Am Ende liegt Steffi, gespielt von Rosa Jansen, zwischen leeren Alkoholflaschen am Boden und ihr Freund Stefan, alias Henrik Hanel, verlässt panisch brüllend die Bühne, da er aus Angst seinen eigenen übermäßigen Alkoholkonsum zu offenbaren keinen Krankenwagen ruft. „Ich war sehr geschockt und hatte zunächst große Hemmungen zu applaudieren", bemerkt später Tobias, ein Schüler der 9. Jahrgangsstufe des Rhein-Wied-Gymnasiums.
Diese oder ähnliche Reaktionen waren Ziel des suchtpräventiven Theaterstücks „Alkohol - ein Stück über Sehnsucht, die Suche und die Sucht" von Patric Tavanti, das von dem Theaterensemble „Der Weimarer Kultur-Express" vergangenen Dienstag in der Aula des Rhein-Wied-Gymnasiums über 300 Schülern präsentiert wurde. Die Aufführung ist Teil des neuen systematischen demokratischen Schulkonzepts. Es zielt darauf ab, präventiv die Persönlichkeit der Schüler zu stärken.
Alkohol wird für Steffi und Stefan zu einem Synonym für Freiheit und Lebenslust: Party, Clique, Spaß und Entspannung von der Schule und dem Erwartungsdruck, der auf ihnen lastet. Was als „feucht-fröhlicher" Spaß beginnt, wird schnell bitterer Ernst. Steffi sucht einen Ausweg und scheint ihn zu finden, doch am Ende ist der Alkohol stärker.
„Suchtprävention als pädagogische Aufgabe hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Daher finde ich es sehr gut, dass ich als Klassenlehrerin einer zehnten Klasse die Möglichkeit habe mir das Stück mit den Schülerinnen und Schülern anzuschauen und die Thematik in einer nächsten Stunde aufgreifen und vertiefen kann", sagte eine Lehrerin im Anschluss an das Stück.
Um die inhaltlichen Schwerpunkte des Stücks zu reflektieren und Fragen entsprechenden Raum zu geben, fand jeweils im Anschluss an die Vorführung eine Diskussionsrunde mit den Schauspielern und dem Publikum statt, die von Schülermoderatoren der Arbeitsgemeinschaft „Schüler helfen Schülern" geleitet wurde. Hier wurden den Schauspielern einige Fragen gestellt, die sich zum Beispiel auf den Inhalt bzw. die Intention des Stücks bezogen. Es wurde aber auch über eigene Erfahrungen mit Alkohol berichtet und so kam man miteinander ins Gespräch. Rosa Jansen wies noch einmal mit Nachdruck darauf hin, dass es wichtig sei, auch Verantwortung für die anderen zu übernehmen und darauf zu achten, dass Freunde nicht zu viel trinken bzw. dazu verleitet werden.
Eine Schülerin der 10. Klasse sagte abschließend: „Über die Gefahren des Alkohols kann man sich natürlich auch im Internet informieren, aber die heutige Veranstaltung hat mir viel mehr gebracht."


